… oder der Visionsworkshop und ich – eine schwere Geburt!

Ich schreibe das jetzt nieder, obwohl es peinlich ist und – oh mein Gott – einen Schatten auf meinen „Expertenstatus“ werfen könnte. – Oder vielleicht auch nicht? – Denn ich habe versprochen, schonungslos ehrlich und authentisch von meiner Reise in die Klarheit zu berichten und da gehört so etwas eben auch dazu.

Warum tue ich das?

  • Weil ich glaube, dass sich viele meiner Leserinnen darin wiedererkennen werden.
  • Weil ich glaube, dass es euch weiterbringt und Mut gibt.
  • Weil ich mir selber über meine Gedankengänge klar werden will.
  • Weil ich zeigen will, wie du dir über blockierende Gedankengänge klar werden kannst.

Genau genommen ist dieser Artikel eine Fortsetzung von: „Wenn du Kritik bekommst, heul‘ dich aus – und dann sei dankbar!“ .

Die Vorgeschichte zu den heutigen Ereignissen

Ende August 2019. Beim „Freudenbaum Workshop“ im Café Zeitgenossin kommt eine Teilnehmerin auf mich zu: „Hey ich würde mich für einen Visionsworkshop mit Neurographik interessieren.“ – Ich antworte: „Ja super! Einen Visionsworkshop wollte ich eh schon lange machen. Das könnte ein Thema für den Herbst sein.“ – Ich habe gleich eine gute Idee, bin aber ein bisschen unklar über den genauen Ablauf. – Aber hey, was solls! Ist ja erst für den Herbst!

Ca. einen Monat später gehe ich endlich ins Café Zeitgenossin, um einen Termin zu vereinbaren, der dann auf 14. November 2019 gelegt. Genug Zeit also, um den Inhalt genau zu entwickeln und den Termin auszuschreiben. – Doch die Zeit verstreicht und es geht nicht. Irgendetwas passt nicht. Ich bin blockiert.

Heute ist der 25. Oktober 2019.

Ich habe eine halbfertige Beschreibung und immer noch ein ungutes Gefühl im Bauch. Die interessierte Teilnehmerin fragt bei mir an, was denn nun mit dem Workshop ist. Ich antworte, dass ich den 14. November vereinbart habe und dass ich ihn heute noch online stelle. Das ungute Gefühl bleibt.

Meine Optionen:

  • Ich könnte mich zwingen, die Veranstaltung online zu stellen, mit den Informationen, die ich habe und die Sache durchziehen, „wie es sich gehört“.
  • Ich kann dahinter schauen: Was ist denn nun das verflixte Problem, das ich habe?

Was würde ich mit einer Kundin in dieser Situation machen?

Was jetzt folgt ist ein „fiktives“ Coaching, das doch real ist, denn ich habe mir schriftlicherweise genau diese Fragen gestellt und die Antworten erarbeitet. – Wenn du auch gerade in einem Bereich anstehst, probier‘ es aus!

Ich als Coach würde sagen: „Schön. So wie du es dir gedacht hast, kannst du es also nicht machen. Was wäre stattdessen möglich?“

Ich, die Kundin: „Ich will es ja eh machen, aber irgendwie habe ich so Bauchweh dabei. Die Leute hoffen, dass es in einem Termin geht, aber eigentlich brauche 2 Termine, oder mehr Zeit.“

„Außerdem bin ich nicht so glücklich mit den Live Workshops. Ich fühle mich online so viel wohler, aber jetzt habe ich der Kerstin ja schon versprochen, dass es bei ihr stattfindet und die Wienerinnnen würden ja online nicht kommen. Die kommen ja nur wegen der Kerstin. – Also würde ich online womöglich gar keine Kundinnen finden…“

Ich der Coach: „Ok. Ich sehe da einige Konflikte. Du willst es allen recht machen und das geht nicht, ohne dass du gegen deine Überzeugung handelst. Außerdem hast du Angst zu scheitern. – Stelle dir mal vor, du könntest nicht scheitern und du würdest bestimmt genug TeilnehmerInnen bekommen, wie würdest du es dann machen?“

Ich die Kundin: Ich kann mir das gerade nicht vorstellen…“

Ich der Coach: OK. Wie wäre es, wenn wir zu dem Thema: „Niemand wird kommen. Ich werde scheitern.“ Eine Entladung machen?

Ich die Kundin: Gute Idee!

Gesagt, getan: 

„Und wie geht’s dir jetzt?“ – „Mir ist die Idee zu einem Hybridevent gekommen. – Aber das ist wahrscheinlich blödsinn.
Und außerdem ist da die eine Teilnehmerin. Die durchschaue ich nicht. Die schaut immer so kritisch. Ich weiß nicht ob sie mich gut oder schlecht findet. Das macht mich ganz nervös. Ich glaube das ist der größte Grund, warum ich dort nicht nochmal eine Workshop machen kann.“ (Liebe Leserin, schau mal, wie da ganz was anderes hochkommt, was vorher überhaupt kein Thema war!)

Aha… Spiegelt die dir vielleicht deine eigenen Zweifel wider?“ – „Ja das kann gut sein.“

„Ok. Wie wäre es, wenn wir die hernehmen und an ihr klopfen, bis sie nicht mehr kritsch schaut?“„OK.“

… Wir klopfen und schauen ihr immer wieder ins Gesicht, wie sie jetzt schaut. Und ich schaue mir selber ins Gesicht, wie ich schaue… Wir klopfen am umgekehrten Gedanken: „Ich schaue so kritisch.“ Finden eine Verbindung zum kritschen Blick der Mutter und klopfen daran. Und was sich sonst noch ergibt. Bis alles gut ist.

Ich der Coach: „Wie geht es dir jetzt? Bist du jetzt in der Lage, den Workshop zu posten?“

Ich, die Kundin: „Ja. Jetzt kann ich das machen. Kein Problem!“

In diesem Fall ist die Antwort ja. – Wenn sie nein wäre, würde uns bestimmt auch eine Lösung einfallen.

Und das ist auch schon das Ende von dieser gar nicht so imaginären Geschichte.

Die Moral von der Geschichte

So einfach kann es gehen! Anstatt weiter gegen Widerstände anzukämpfen und mich mit einem schlechten Bauchgefühl zu quälen oder den Kopf in den Sand zu stecken, konnte ich meinen aktuellen Workshop „Deine Vision die du auch umsetzt – Kreativcoaching im Café“ ohne Widerstände, mit Freude und Leichtigkeit posten und kaum, dass er online war, die erste Anmeldung da war. – So macht das Freude! 😉

Das tolle daran

Früher hätte ich zwei Möglichkeiten gehabt, damit umzugehen:

Trotz der Widerstände die Arbeit verrichten und den Workshop posten, weil ich mich dazu verpflichtet fühle. – Problem: Es wird nicht gut. Der Workshop wird nicht gut. Ich muss essen, um überhaupt die Energie aufzubringen, es zu tun. Es fühlt sich nicht gut an. Es zehrt Energie.
– Den Workshop absagen und glauben, dass ich Live Workshops nicht kann. – Das wäre extrem schade gewesen und schlecht für mein Selbstvertrauen. – Abgesehen davon, dass meine Befürchtungen rein gar nichts mit der Realität zu tun hatten, sondern nur damit, dass ich den Ausdruck auf dem Gesicht einer ehemaligen Teilnehmerin mit dem Ausdruck auf dem Gesicht meiner Mutter in Verbindung gebracht habe und daraus Kritik herausgelesen habe.

Jetzt bin ich frei! 😀 

Willst du das auch? – Ja? Dann melde dich bei mir und wir befreien dich!