Immer wieder werde ich von den Teilnehmerinnen meiner Online Workshops nach Materialempfehlungen für das Zeichnen einer Neurographik gefragt.

Ich sage immer: Fange mit dem an, was du zu Hause hast! Du brauchst dir nicht für deine erste Neurographik eine komplett neue Zeichenausstattung zu kaufen. – Ich habe auch schon mit Coachingkundinnen spontane Nephrographiken mit 2 verschiedenen Kulis gezeichnet, weil nichts anderes greifbar war.

Allerdings gebe ich durchaus zu, dass es Materialen gibt, mit denen es leichter ist und Materialien, mit denen es schwieriger ist, eine ansprechende Neurographik zu gestalten.

Deine erste Neurographik zeichnen

Fangen wir aber mit dem wahrscheinlichsten Fall an: Du möchtest deine allererste Neurographik zeichnen – vielleicht mit meiner Anleitung „Was ist JETZT wichtig?“ – oder mit einer anderen Anleitung, die du im Internet gefunden hast.

Um loszulegen brauchst du:

  • A4 Papier
    Es sollte nicht zu glatt und nicht zu rau sein. – Ich nehme am liebsten meinen glatten (unlinierten) Collegblock. Wenn dich die Löcher stören, dann nimm einfach normales Druckerpapier oder Zeichenpapier das du zu Hause hast.
  • 1 schwarzer Fineliner ca. 0,7 mm finde ich gut. – Was auch immer du hast. Zur Not tut’s auch ein dunkler Kuli.
  • 1 dickerer schwarzer Filzstift – was immer du in deiner Sammlung oder in der Sammlung deiner Kinder findest.
  • ca. 12 Buntstifte – egal welche.
  • (Eventuell, um Bereiche farblich hervorzuheben 1-2 Textmarker.)
Die Minimalausstattung: Papier, Fineliner, Buntstifte, ev. Leuchtmarker

Hast du das alles da? – Dann geht’s auf zum Zeichnen!

Du hast deinen ersten Schritt getan und willst mehr…

Hier beschreibe ich nun genauer, welche Materialien ich für Neurographik empfehlen kann (und welche nicht)

Papier

Ich verwende am liebsten diese Collegeblocks (URSUS GREEN Collegeblock A4 80 Blatt glatt von Pagro). Sie sind angenehm zum Zeichnen und die Zeichnungen bleiben chronologisch gesammelt an einer Stelle. Wer keine Löcher mag, kann diesen glatten Notizblock von URSUS GREEN nehmen.

Ich habe außerdem für kleinere „Alltagszeichnungen“ diesen Skizzenblock (LANA „Esquisse“ Skizzenblock von Gerstäcker) getestet, aber ich finde ihn fast ein bisschen zu rau. Ich finde darauf hält die Farbe von den Buntstiften nicht so gut und verschmiert sich.

Neurographik-Kolleginnen verwenden für Alltagszeichnungen auch gerne ganz normale glatte (unlinierte) Schulhefte. – Ich persönlich mag es lieber, wenn ich die Zeichnungen nach Bedarf ausreißen kann.

Hier sind meine liebsten Blöcke: Die drei oben erwähnten und mein selbst gebundenes Buch (mit Melanie Mezera, Magenta Maltherapie)

Fineliner

Mein Lieblingsfineliner ist unbestritten der Faber-Castell Broadpen 1554. Er ist relativ breit, hat aber eine interessant geformte Spitze, die bei Bedarf in gewissem Maße dicker oder dünner schreiben kann, was beim obligatorischen Abrunden sehr wichtig ist.

Mein zweitliebster Stift ist der Pilot HI-Tecpoint 0.7 * mit einer etwas dünneren Spitze. Es ist kein Fineliner, sondern ein Tintenroller. Es zeichnet sich also etwas anders damit, aber er ist dadurch sehr robust, was extrem hilfreich bei sogenannten „Entladungen“ ist, bei denen man möglicherweise etwas aggressiver mit dem Material umgeht als sonst. Es soll ihn in einer nachfüllbaren Form  geben, die ich aber leider selbst noch nicht erhalten habe.

Auch verwendbar und vielleicht eher in deinem Haushalt zu finden, aber etwas schwieriger zum Handhaben (beim Abrunden für Anfänger etwas widerspenstig) ist der klassische Stabilo point 88 fineliner * in allen Farbvarianten, der mit 0,4 mm Strichstärke um einiges feiner ist.

Auch der Schneider Xpress Fineliner * mit 0,8 mm (hier in violett *, damit habe ich einige nette Neurographiken gezeichnet) hat mich nicht zur Gänze überzeugt, ist aber verwendbar.

Wasserfeste Fineliner, falls du Aquarellstifte oder Aquarellfarben verwenden möchtest

Hier kann ich, sowohl aus meiner früheren Erfahrung, als auch aus Gesprächen mit Kundinnen die wasserfesten FaberCastell PITT Artist Pen Stifte empfehlen. – In diesem Set ist alles *, was du für Neurographiken brauchst(dicke und dünne Stifte in verschiedenen Ausführungen).

Und jetzt zu den absoluten Anti-Tipps was Fineliner betrifft

Die im 10er Pack vom Aldi / Hofer sind völlig unverwendbar. Schneider Xtra 805 und Pelikan inky schmieren zu viel und sind daher unbrauchbar. – Ich denke immer noch mit Schaudern an die arme Teilnehmerin in meinem Workshop die den Pelikan inky erwischt hatte und danach wahrscheinlich für 5 Tage schwarze Finger. 🙁

Dickerer Filzstift

Um Neurographiken zu zeichnen, brauchst du nicht nur Fineliner, sondern auch einen oder mehre dicke (schwarze) Stifte. – Schwarz habe ich hier deshalb in Klammern gesetzt, weil man eine Neuographik rein theoretisch in jeder Farbe zeichnen kann – rein praktisch wird aber oft schwarz gewählt.

Die einfachste Variante dafür ist ein ganz normaler Filzstift von deinen Kindern z.B. ein Stabilo Pen 68 *.

Eine andere Variante, die du vielleicht zu Hause hast, ist ein schwarzer, dickerer Edding (oder anderer Flipchartstift). – Ich mag diese allerdings nicht so sehr, weil sie durch das dünne Papier ganz schön durchdrücken.

Was ich liebe, sind Pinselstifte. Vor allem die Tombow ABT Dual Brush Pens, weil diese eine normale und eine Pinselseite haben. Pinselstifte haben den großen Vorteil, dass man damit beliebig viele verschiedene Strichbreiten produzieren kann: Dünn wenn man fast gar nicht aufdrückt und ganz dick, wenn man fest aufdrückt. – Achtung, wenn du etwas raueres Papier verwendest, fransen die Spitzen recht schnell aus.

Die günstigere Variante zu den Tombows , sind die edding 1340 Brush Pen. Sie haben allerdings keine normale Spitze und trocknen schneller aus. (2016 Tombows und Eddings gekauft. Die Tombows funktionieren, noch alle einwandfrei, die Eddings sind zum Teil ausgetrocknet.)

Die Königsklasse vom dicken Pinselstift ist der Faber-Castell 167699 – Tuschestift Pitt artist pen Big Brush, den durfte ich auch einmal bei einem Workshop testen und fand ihn sehr angenehm, um lebendige, dickere Linien zu zeichnen. Er ist im Gegensatz zu den anderen Pinselstiften wasserfest und kann auch in Verbindung mit Aquarellfarben verwendet werden.

Wenn du einen bunten Fineliner gewählt hast, brauchst du auch einen dazupassenden dickeren Filzstift. (Dazu verwende ich ebenfalls gerne die Tombows in verschiedenen Farben.)

Buntstifte

Meine (und nicht nur meine) Favoriten sind definitiv die Faber-Castell Polychromos Künstler-Farbstifte *.

Für die Teilnehmerinnen meiner Offline Workshops habe ich auch dieses Set gekauft: Koh-I-Noor Polycolor Künstler-Farbstifte * aus Tschechien. – Diese Sets gibt es in verschiedenen Größen und man muss immer wieder mal sehen, welches gerade das beste Preis-Leistungsverhältnis hat.

Auch die Faber Castell Colour Grip Stifte * mag ich – auch wegen der schönen Farbauswahl sehr. Ich habe sie ebenfalls für meine Workshop Teilnehmerinnen gekauft. Selbst habe ich sie allerdings schon eine ganze Weile nicht verwendet, wie mir gerade auffällt.

Normale Schulbuntstifte, wie z.B. Jolly gehen für den Anfang auch, aber man muss ganz klar sagen, dass man damit extrem fest aufdrücken muss, um eine anständige Farbdichte / Farbkraft zu erreichen. – Die meisten machen sich früher oder später auf die Suche nach einer Alternative.

Anspitzer: Vergiss nicht, dir zu deinen neuen, teuren Buntstiften auch einen guten Spitzer (so heißt der Anspitzer bei uns in Österreich) zu kaufen, denn sie brechen am häufigsten beim Spitzen ab, wenn die Schneide schlecht oder schon stumpf ist. (Ich mag die Anspitzer von Faber-Castell am liebsten.)

Buntstifte für Neurographik
Eine kleine Auswahl meiner Buntstifte

Technik für Workshops

Wenn du bei einem meiner Online KreativCoachings mit Neurographik (einzeln oder in einer Gruppe) teilnimmst, brauchst du außerdem einen Computer oder ein Tablet mit Internetanschluss und Kamera und die Online Konferenzsoftware Zoom. (Am PC installiert sich diese automatisch, wenn du auf den Link zum Kurs klickst, bei einem Tablet musst du sie vorher im App-Store laden.)

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Und du? Was sind deine liebsten Materialien?

Antworte gerne in den Kommentaren! Ich bin neugierig darauf, neue Dinge auszuprobieren. (Obwohl meine Laden schon mit Stiften, Papier und Aquarellfarben voll sind. 😇 )

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Materialien für Neurographik