Wenn du in einer scheinbar ausweglosen Situation bist, produziert dein Körper Stresshormone, die verhindern, dass du richtig denken kannst. Dein Körper schaltet auf eine Steinzeitreaktion, die zu Kampf, Flucht oder „einfrieren“ führt und damals musste man vor allem rennen, aber keine hochkomplexen Fragestellungen lösen. 

Selbst, wenn du dich dazu in der Lage fühlen würdest, könntest du in diesem Moment keinen klaren logischen Gedanken fassen, da die Bereiche des Gehirns, die für das logische Denken verantwortlich sind, nicht ausreichend mit Blut versorgt werden. In so einem Moment geht es um die reinen Überlebensinstinkte.

Natürlich ist das eine übertriebene Reaktion deines Körpers, denn der weiß nicht, dass wir nicht mehr in der Steinzeit leben und nicht mehr von riesigen Mammuts und Säbelzahntigern bedroht werden, sondern „nur“ von Terminen und Erwartungen, die wir nicht immer erfüllen können. 😉

 

Wie fühlt es sich an, wenn man in eine Blockade gerannt ist?

Diese Frage kann ich natürlich nicht universell beantworten, weil es für jede anders ist.

Trotzdem gibt es ein paar Gemeinsamkeiten, die wahrscheinlich in der einen oder anderen Ausprägung bei jedem vorkommen.

  • Das Gefühl einfach nur Ruhe zu brauchen, sich verkriechen oder wegrennen zu wollen
  • Druck von außen und schlechtes Gewissen, negative Selbstgespräche, derer man sich gar nicht bewusst ist.
  • Der Gedanke „Ich schaff‘ das nicht alleine!“
  • Angst
  • Das Gefühl, sich in keine Richtung weiterbewegen zu können, festzustecken.

 

Beispiele für solche Situationen

Damit du weißt, wovon ich rede, sind hier ein paar Beispiele:

  • Du hast entschieden, dein Online Business zu starten, doch plötzlich stürzt ein Wasserfall an Aufgaben auf dich ein, die alle neu sind und du kannst dich einfach nicht entscheiden, womit du anfangen sollst. Du hast Angst es nicht zu schaffen, das Gefühl nicht gut genug zu sein und wenn du deinen ersten Blogartikel schreibst, dann werden alle kommen und ihn in der Luft zerreißen. Also machst du lieber nichts, oder googelst bis dir die Finger abfallen, ohne jedoch ins Tun zu kommen.
  • Du hast dieses tolle neue Produkt konzipiert, Kooperationspartner ins Boot geholt, doch jetzt, so du es bewerben willst, herrscht plötzlich gähnende Leere in deinem Kopf und du weißt nicht, wie du es anstellen sollst. Trotzdem sind da diese Termine und du musst endlich ins Tun kommen, wenn du nicht alles in den Sand setzen und viele Leute enttäuschen willst.
  • Du hast Visionen gemacht und Pläne geschmiedet, doch jetzt, wo es ans Umsetzen geht, fühlst du dich viel zu schwach und erschöpft, um das wirklich umzusetzen, was du dir da ausgedacht hast und du möchtest lieber weitermachen wie immer.

 

Wie kommt man überhaupt in so eine Situation?

Indem man sich aus der Komfortzone bewegt, versucht, sich zu etwas zu zwingen, für das man noch nicht bereit ist, ohne die zu Grunde liegenden Gedanken und Muster zu bearbeiten und aufzulösen.

Indem man mehr auf die Stimmen der Vernunft und wohlmeinende Ratgeber von außen hört, als auf das innere Gefühl. – Bis man das innere Gefühl und die innere Stimme nicht mehr ignorieren kann und plötzlich in einer Art Patt-Situation sitzt. (Ich kann nicht das machen, was vernünftig ist, gleichzeitig kann ich aber auch nicht das machen, was meine innere Stimme sagt, weil es unvernünftig wäre.)

Indem man sich nicht genug um sich selbst, um seine Essenz, um sein inneres Kind kümmert, sondern statt dessen so tut als ob man unbegrenzte Energien und unbegrenzte Ressourcen zur Verfügung hat, selbst wenn das Innere schon lange schreit: „Halt ich brauche eine Pause! Ich brauche Erholung! Ich brauche Seelennahrung!“

Bis hier her kennst du die Situation wahrscheinlich sehr gut und hast dich in vielen Bereichen wiedergefunden, gleichzeitig brennt dir jetzt die Frage aller Fragen auf den Lippen:

 

„Wie komm‘ ich da wieder raus?“

1. Schritt: Nimm es an!

Es bringt nichts, wenn du weiterhin dagegen ankämpfst, versuchst, dich mit Druck und Zwang zu etwas zu bringen. Es bringt auch nichts, wenn du dich innerlich beschimpfst und denkst „Ich sollte…“, „Ich habe versprochen…“, „Es muss sein!“, „Ich muss da jetzt durch!“.

Ja du hast dich irgendwo hineinmanövriert, wo du so nicht sein wolltest. – Nimm es an!

Wenn du dich verfahren hast, wirst du auch nicht darauf bestehen, dass genau hier dein Ziel sein sollte, wenn du doch offensichtlich an der falschen Stelle bist. Nein du wirst dich umsehen, versuchen, dich zu orientieren, vielleicht jemanden um Hilfe bitten und einen neuen Weg an dein Ziel suchen.

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Praxis-Tipp: Alles von der Seele schreiben

Nimm dir 10 Minuten Zeit und und ein leeres Blatt oder ein leeres Dokument. 

Dann stelle dir vor, jemand der dich gern hat, hat dich gefragt, was los ist und du weißt, du kannst bei dieser Person deinen Frust erst einmal ungefiltert abladen, ohne dass sie dir gleich mit guten Ratschlägen kommt… Sei dabei völlig unkonstruktiv, wie ein kleines Kind, das wütet und aufstampft und schimpft, jammert, leidet, klagt, …

Hier ist ein absolut authentisches Beispiel, das ich nicht einmal von den Tippfehlern bereinigt habe. Es ist diesem Blogartikel vorangegangen. 😀

Hier bin ich nun in dem beschissneen Coworking, in dem wir uns nicht einmal ein ziel gesetzt haben und wieß nicht, was ich schreiben soll. verdammt. warum habe ich mich überhaupt nier angemeldet.

ich bin so am ende. wie soll ich nur was arbeiten, wenn ich am liebsten in einer ecke liegen und lesen möchte.
wie soll ich das nur alles schoffen.

ich will nicht diesen sch… kalender für das xxx einrichten.
amliebsten will ich fett sein und schokolade essen.

vielleicht osllte ich als erstes dieses ringana dea bestellen. nein doch nicht. es isst nich tversandkostenfrei.

ich kann heute überahupt nicht chreiben
mein leben ist scheiße
nichts funktioniert und alles ist abartig
ach vergiss mich doch einfach. kann ich mich nicht in eine ecke setzen und auf sozialhilfe warten? …

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2. Schritt: Orientiere dich!

Wenn du bemerktst, dass das größte Leid von der Seele geschrieben ist, fängst du vielleicht von selbst an, konstruktiver und lösungsorientierter zu schreiben. Wenn nicht, hast du zwei Möglichkeiten dich zu orientieren: weiterhin schriftlich oder neurographisch.

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Praxistipps:

2a – Gespräch mit dir selbst

Du machst auf dem Blatt / in dem Dokument weiter, auf/in dem du vorhin begonnen hast.

Stelle dir vor, du bist eine gute Freundin, vor der du wirklich du selbst sein kannst und stelle dir selbst, bzw. deinem inneren (Kind) liebevolle Fragen, um herauszufinden, was du wirklich brauchst.

Frage zum Beispiel: 

Was brauchst du denn von mir?
Wie fühlst du dich?
Was glaubst du, warum du dich so fühlst?
Was möchtest du denn am liebsten machen?

Du wirst herausfinden, was wirklich wichtig ist und was du wirklich brauchst, um dich gut zu fühlen. Und wahrscheinlich wird es in erster Linie gar nichts mit deiner Arbeit zu tun haben sondern mit Liebe und Zuwendung, die du dir selber geben kannst und Raum, um dich zu entfalten, abseits von „muss“ und „soll“.

Hier ist ebenfalls ein authentisches Beispiel, für so eine Unterhaltung. Da ich schon ziemlich genau, weiß, wie mein inneres tickt, habe ich ein bisschen andere Fragen gestellt, aber am Ende fühlte ich mich gesehen und gehört und war in der Lage zu Punkt 3 weiterzugehen.

liebe kleine sonja, was brauchst du denn von mir?
´f+hlst du dich vernachlässigt?
ja

bisst du draurig
ja.

was brauchst du denn?
liebe!

und wie kann ich dir diese liebe geben?
indem du einfach bei mir bist!

2b – Neurographischer Absichtscheck

Was ich auch gerne mache, seit ich die Neurographik kenne, ist ein neurographischer Absichtscheck.

Das geht folgendermaßen:

  • Du stellst dir die Frage „Wie geht es weiter?“ oder „Was will ich wirklich?“.
  • Dann zeichnest du auf ein A4 oder A5-Blatt – mit dieser Frage im Hinterkopf viele neurographische Linien, die teilweise den gleichen Weg gehen, sich überschneiden und andere Wege gehen. So lange, bis du das Gefühl hast, es sind genug.
  • An den Kreuzungen der Linien (da wo besonders viele Linien zusammenkommen), nutzt du das, was du schon am Blatt siehst, um Kreise einzuzeichnen. Die Kreise stehen für einen nächsten Schritt.
  • Du rundest die Linien ab, wie es sich für eine Neurographik gehört.
  • Du fragst dich bei jedem Kreis, wofür er stehen könnte.
  • Du färbst die Neurographik ein und bringst sie mit ein paar dickeren Linien und einem Objekt, das du besonders hervorhebst, zum Abschluss.
  • Dann solltest du wissen, was dein wichtigster nächster Schritt ist. 😀

Nachdem man diesen Prozess nur schlecht schriftlich erklären kann, werde ich in Kürze ein Video dazu aufnehmen und an meine Newsletterabonnenten bereitstellen. – Wenn du informiert werden willst, trag dich einfach schon jetzt in meinen Newsletter ein.

Hier ist ein Beispiel für einen neurographischen Absichtscheck:

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3. Schritt: Nimm den Druck heraus

Was ist bei der vorigen Übung herausgekommen? Dass du X, Y und Z ganz dringend erledigen willst, oder dass es um wichtigere, tiefere Dinge geht? Etwas tun, was DU wirklich möchtest? Etwas heilen, was du schon lange verdrängt hattest? Einfach Zeit für dich nehmen?

Kannst du schon spüren, wonach deine Seele in Wahrheit schreit?
Kannst du es ihr geben?

Jetzt geht es darum, den Druck herauszunehmen, damit du wieder frei atmen kannst! 

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Praxis-Tipp: Schaffe schriftlich Ordnung im Kopf

Nimm dir einen Zettel und schreibe alles auf, was du glaubst tun zu müssen, zusammen mit den Terminen und einer Bewertung, wie sehr du es tun willst, oder nicht. (0 = Will ich überhaupt nicht tun bis 10 = Ich will sofort damit anfangen) – Oft blockieren wir uns nämlich einfach damit, dass wir meinen, die „0“ Aufgaben zuerst erledigen zu müssen, bevor wir uns den „10“ Aufgaben widmen. – Nur in welchem Gesetz ist das verankert? – Außer vielleicht in einem Glaubenssatz „Erfolg bringt, was anstrengend ist!“ oder ähnlichem.

Gibt es eine 10er Aufgabe, die ganz klar heraussticht und sofort erledigt werden will? Hast du überhaupt schon aufgeschrieben, was du machen WILLST? (Wenn nicht, trage bitte deine 10er Aufgaben ebenfalls auf deiner Liste ein.) – Also gibt es eine Aufgabe, die dich wirklich, wirklich ruft? Dann mach sie doch! Nimm dir die Freiheit! – Danach werden dir die unbeliebteren Aufgaben wesentlich leichter fallen!

So und nun zu den 0-5er Aufgaben. – Hier heißt es im besten Fall ausmisten oder zumindest alles tun, damit sie nicht so schlimm sind!

Schau dir die Aufgaben an und überlege dir: Was stresst dich am meisten? Und was genau stresst dich daran? Kannst du irgendetwas tun, damit es dich nicht mehr so sehr stresst? (Oft ist es das Unbekannte, dass an den Nerven zehrt… Kannst du dir selbst irgendwelche Antworten geben, die dir helfen?)

Ist die Aufgabe vielleicht viel zu groß und kann gar nicht an einem Stück erledigt werden, wie zum Beispiel „Website Texte überarbeiten“ oder „Onlinekurs erstellen„, dann überlege dir, was ein erster, kleiner, machbarer Schritt sein könnte und erledige diesen. – In meinen Beispielen könnte das zum Beispiel sein: Eine „Über mich Seite“ suchen, die mich inspiriert, damit ich diese als Rahmen für meine eigene verwenden kann, oder im Falle des Onlinekurses: Festlegen, was das größte Problem ist, das ich mit meinem Kurs lösen will, oder noch davor: meine Newsletterabonentinnen befragen, was das größte Problem ist, bei dem sie gerne Hilfe von mir hätten …

Steht die Aufgabe auf der Liste, weil DU das so willst, oder weil du glaubst, dass es so ein muss?

Was würde passieren, wenn du die Aufgaben einfach nicht erledigst?

Kannst du vielleicht etwas delegieren an eine Person, die es besser kann als du?

Kannst du jemanden um Hilfe fragen? – Zu zweit lassen sich Dinge oft viel leichter erledigen?

Hast du eine Möglichkeit den Druck rauszunehmen? z.B. Termine verschieben, Termine absagen, Zeit ganz alleine für dich blocken?

Entscheide sofort, was du tun kannst, um dir das Leben so leicht wie möglich zu machen, denn JA, dein Leben darf leicht sein! 

Falls du etwas verschieben, absagen, etc. musst, um dir den nötigen Freiraum zu verschaffen, dann tu es JETZT!

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4. Schritt: Gönn dir eine Pause! Jetzt!

Wenn du die ersten drei Schritte durchgeführt hast, hast du schon soooo viel erreicht. – Spürst du, wie dir schon leichter ums Herz ist? Wie du die Stresshormone reduziert und ein bisschen Leichtigkeit und Freude in dein Leben zurückgebracht hast?

Du darfst dir jetzt auf die Schulter klopfen und dir eine Pause gönnen und irgendetwas „sinnloses“ machen, denn das sind meistens die Dinge, die der Seele gut tun und die wir uns nicht gönnen, weil wir ja so viel tun „müssen“.

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Praxis-Tipp: Tue jetzt etwas für deine Seele!

Nimm dir noch ein leeres Blatt und schreib 10 „sinnlose“ Dinge auf, die du jederzeit für deine Seele tun kannst! Was ist es, was meine Seele nährt? – Danach suche eines aus und TU ES JETZT!

Wenn du keine Zeit für weitere Listen hast, mach‘ eines der folgenden drei Dinge, die sich ganz leicht und in kurzer Zeit verwirklichen lassen:

– Suche auf Youtube dein Lieblingslied, stelle es auf volle Lautstärke und tanze dazu!

– Zünde eine Kerze an, mach eventuell eine schöne Entspannungsmusik und schaue für 5 Minuten in die Flamme und komm‘ dabei zur Ruhe und in dich zurück.

– Mach einen kleinen Spaziergang und wenn es nur 5 Minuten um den Block ist.

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5. Schritt: Tu, was dich weiterbringt und sei dabei sanft zu dir!

Sei dir dabei immer bewusst: Du kannst und musst nicht alles auf einmal erledigen! Du musst auch am Anfang deines Tuns nicht alle Schritte bis zum Ziel kennen. Wichtig ist, dass du losgehst – mit einem guten Gefühl.

 

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Praxis-Tipp: „Was ist der nächste Schritt, der mich meinem Ziel näher bringt und sich gut anfühlt?“

Eigentlich müsstest du schon wissen, was der nächste Schritt ist, der dich deinem übergeordneten Ziel ein kleines Stückchen näher bringt und sich gut und einfach anfühlt. Wenn nicht, dann stell dir diese Frage noch einmal bewusst, bis du die Antwort weißt. – Sie liegt im Herzen, nicht im Kopf! 

Dann tu den einen SchrittTu ihn jetzt und ohne über die 375 Schritte nachzudenken, die danach wahrscheinlich noch kommen werden. – Danach geh zurück zu Punkt 2 und orientiere dich, oder wenn du weißt, was als nächstes zu tun ist, geh zurück zu Punkt 4 und gönne dir eine Pause!!!!!

Entscheide dich für eine Sache, die nicht länger als 15-30 Minuten dauert, und die du JETZT sofort erledigst! Wenn du ausreichend an deinem Herzensthema gearbeitet hast, wird es dir auch leichter fallen, die Dinge zu tun, die du glaubst zu müssen. 

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Mein Wunsch für dich…

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du immer handlungsfähig bleibst und diese Anleitung nicht brauchst. – Sollte der Fall doch eintreten, wünsche ich dir, dass du sie immer zur Hand hast und dir Schritt für Schritt aus der Stressvernebelung deines Gehirns wieder ins Tun hinaus helfen kannst.

Bonus: Schritt 6: Löse die Ursachen für deine Blockaden auf!

Wenn du diese Vorgehensweise konsequent und sofort anwendest, wenn du merkst, dass du feststeckst, wirst du nie wieder lange im Steinzeitstress feststecken und du wirst langsam aber sicher vorankommen.

Das Problem dabei ist, dass sich langfristig nichts ändert. Die auslösenden Glaubenssätze und Prägungen bleiben bestehen und du wirst weiterhin immer wieder steckenbleiben und dafür sorgen müssen, dass du wieder handlungsfähig wirst.

Wenn du die Ursachen für deine Blockaden auflösen willst, kann ich dir diesen Blogartikel (Innere Blockaden im Online Business erkennen und lösen) empfehlen, oder – noch besser – weil ein Blick von außen immer mehr Klarheit bringt, ein Coaching mit mir. 😀